Canon FD Objektiv – Blende testen

Da findet man auf dem Flohmarkt für kleines Geld ein Objektiv mit Canon FD-Bajonett. Der Fokus läuft butterweich, und ohne zu ruckeln, das Glas ist frei von Pilz, Staub und Kratzern – doch die Blende steht voll offen, und lässt sich nicht bewegen.

Blende verharzt? Keineswegs! Bei FD-Objektiven wird die Blende in Offenstellung verriegelt, sobald das Objektiv von der Kamera abgenommen wird.

Testen lässt sich deren Funktion mittels eines kleinen Tricks auch ohne das Objektiv an eine passende Kamera zu montieren:

Du musst dazu den bei A zu sehenden winzigen Pöppel eindrücken (z.B. mit einem kleinen Schraubendreher oder einer aufgebogenen Büroklammer) dann dreht sich der Bajonett-Verriegelungsring B nach links, und anschließend lässt sich die Blende mit dem Blendenhebel C auch bei abgenommenem Objektiv verstellen.

Tut sich nix, dann ist die Blende wirklich verklebt, oder es liegt ein anderer Fehler in der Blendenübertragung vor.

Canon A1 Asthma Fix

 

Der berüchtigte „Canon – Husten“ klingt nicht nur übel, sondern verzögert auch den Spiegelablauf. Dadurch kommt die Kamera nicht mehr auf ihre volle Auslösefrequenz bei Serienbildern. Zudem erhöht sich der Verschleiß wegen des Trockenlaufens empfindlicher Bauteile.

Die Reparatur ist aber wenig aufwändig, und mit dem passenden Werkzeug in ein bis zwei Minuten erledigt. Es muss lediglich eine winzige Menge Öl an die richtige Stelle gebracht werden. Dazu einfach die Bodenplatte abnehmen (achtung – nicht die beiden winzigen Schräubchen verlieren!) und das Öl an der im Film zu sehenden Stelle einbringen.

Am besten funktioniert eine Mischung aus 3 Teilen Waschbenzin (Feuerzeugbenzin) und einem Teil gutem Öl (Feinmechaniköl). Zunächst etwas Luft in die Spritze ziehen, dann ein kleines Tröpflein von der Mischung in die Nadel der Spritze ziehen. Das Benzin hilft dabei, das Öl gut zu verteilen, trocknet dann schnell ab, und lässt das Öl als Schmierung zurrück. Die Kanüle mit der Schräge der Öffnung in Richtung Spiegel an der gezeigten Stelle einführen, etwa 4cm, bis zum Widerstand (mit bissel Gefühl – nicht reinrammen!) und dann beherzt abdrücken.

Wirklich nur eine kleine Menge Öl verwenden, das soll ja nur die Mechanik schmieren, und nicht die Verschlussvorhänge oder gar optische Bauteile treffen. Lieber das Ölen ein-, zweimal wiederholen, wenns zu wenig war, und nach zwei, drei Auslösungen noch keine Besserung zu hören ist.

Wichtig! Kein WD40 oder ähnliche wasserverdrängende „Kriechöle“ verwenden. Diese enfetten, kriechen ewig und unkonntrolliert, und lösen Weichmacher aus, was für den Verschlussvorhang tödlich wäre.

Viel Erfolg!

Neues aus der Bastelecke: Holzstativ im Eigenbau

Heute möchte ich euch mal einen Eigenbau präsentieren. Ein schnuckeliges Holzstativ.

Gelegentlich fotografiere ich gerne mit meinen uralten 6×9 Rollfilm-Klappkameras oder den Altix-N oder Altix-V Systemkameras.
„Entschleunigtes Fotografieren“ eben. Da geht noch alles vollmechanisch, und muss in Ruhe von Hand eingestellt werden. Zwar geht das mit dem 35er Objektiv und mit passend voreingestellter Entfernung, Blende und Belichtungszeit auch problemlos als Schnappschussfotografie, so richtig Spass macht es aber, mit dem 50er Adlerauge oder dem 90er Tele vom Stativ in Ruhe, schön komponierte und exakt eingestellte Aufnahmen zu kreieren.

Auf dem modernen Carbon-Feisol sieht so ne uralte Kamera aber irgendwie ziemlich shyzze aus :D

Die guten Berlebach Holzstative sind zwar spitze, werden ja aber zu Mondpreisen gehandelt. Was lag also näher, als der Selbstbau?

Bei einem befreundeten Parkettleger fiel mir ein Stück uralter Pitchpine Bodendiele in die Hände, ca. 100 Jahre alt und somit garantiert gut abgelagert. Daraus hab ich die 20x20mm starken Holzleisten für die Stativbeine geschnitten. Die Kopfplatte besteht aus 22mm Eiche. Ein paar passende Schrauben und Flügelmuttern vervollständigen das Stativ. Die Beine sind verstellbar von 75cm bis 120cm, und den Spreizwinkel regelt – robust und funktionell – eine Kombination aus Ketten und Karabinern.
Die Holzoberflächen sind gegen Witterungseiflüsse fein geschliffen und mit stinknormalem Olivenöl geölt. Gegen das Rutschen, Kratzer und Verschmutzung habe ich an den Enden der Stativbeine noch jeweils einen Gummifuß angeschraubt.

Das Stativ wiegt knapp ein Kilo, und rangiert somit irgendwo zwischen Reisestativ und Normalstativ. Überraschenderweise hat es eine sehr gute Eigendämpfung, und ist je nach Kamera im kritischen Bereich (Spiegelschlag!) von etwa 1/4s bis 1/25s meinen wesentlich schwereren Alu- und Carbonständern überlegen.

Vor allem aber fällt man auf, mit dem Teil, wenn man bei irgend einem Event auf andere Fotografen trifft 8o

Wenns interessiert, kann ich auch gerne mal eine Skizze mit Maßangaben hinterher schicken, denke aber, die Bilder sind selbsterklärend, und die Größe kann sich jeder nach Bedarf bauen.

Spannungsoptik

Und weils Spaß macht, hier gleich noch ein weiteres Tutorial, das mit einfachsten Mitteln zu beeindruckenden Effekten führt.

Filterdose in polarisiertem Licht

Ein spannendes Thema und eine interessante Spielerei: Aufnahmen mit polarisiertem Licht.

Unter dem Mikroskop fotografiere ich des Öfteren Kristalle in Polarisiertem Licht. Strukturen, die sonst kaum sichtbar wären, bekommen durch Kreuzpolarisation interessante Farben.

Hier ein kleines Tutorial, wie man den Effekt mit minimalem Aufwand auch ohne Mikroskop und spezielle Optiken erzeugen kann.

Die Methode beruht darauf, polarisiertes Licht durch ein Zweites, im 90° Winkel zur Lichtquelle angeordnetes Polfilter zu schicken. Im besten Fall (gute Filter) wird das Licht bei gekreuzten Polfiltern fast vollständig ausgelöscht.
Bringt man nun irgendwelche durchsichtigen Gegenstände zwischen Lichtquelle und zweiten Polfilter, dann entpolarisiert das Material die Lichtstrahlen der Lichtquelle, bzw. dreht deren Polarisationsrichtung, so daß je nach Materialstärke und Materialspannung interessante Farbeffekte entstehen.

Was ihr Braucht:

Als Lichtquelle, bzw. Leuchtfläche geeignet ist praktisch jedes Schmierfon, Tablet oder euer Flachbildmonitor. Die Monitore haben ein eingebautes Polfilter, und liefern gleichmäßig polarisiertes Licht.

 

weiß.jpg, zum Download 🙂 (Rechtsklick ->Link in neuem Tab oder Fenster öffnen, und dann Grafik speichern unter…)

Damit der Monitor hell leuchtet, stellt ihn entweder auf „Taschenlampe“, oder lasst ihn einfach ein gleichmäßig weißes Bild in voller Größe anzeigen.
Wer grad keins zur Hand hat, darf sich gern Meines herunterladen und verwenden. Auf etwaige Urheberrechte erhebe ich in diesem Fall keinen Anspruch :)

Vor dem Objektiv eurer Kamera benötigt ihr ein Polfilter. Das muss keineswegs ein teures, hochwertiges Zirkulares sein, wie es z.B. bei Landschafstsaufnahmen an der DSLR verwendet wird, es genügt hier ein olles billiges Lineares, wie es oft in der E-Bucht für wenige Euro ersteigert werden kann, oder zur Not sogar die Polfilterfolie aus einer 3D Brille.

Als Kamera genügt jede Kompakte, mit der ihr nahe genug rankommt, um eure Objekte groß genug abzubilden.

Als Objekt geeignet ist fast jeder durchsichtige Kuststoffgegenstand, etwa Lineale, Verpackungsdosen, CD-Hüllen, Folien von Verpackungsmaterial, die ihr zerknittern oder dehnen könnt, usw.

Vorgehensweise:

Lichtquelle flach auf den Tisch legen. Weißes Bild auf voller Fläche anzeigen lassen. Objekt drauflegen.

Jetzt das Filter vor die Kamera halten oder, falls möglich, vors Objektiv schrauben. Durch Drehen des Filters findet ihr die Stellung, in der euch die Farben am besten gefallen, auslösen, fertig.

In der EBV könnt ihr anschließend den Kontrast und die Sättigung noch ein wenig anheben, wenn ihr mögt.

Mach ich übrigens gerne bei meinen Fotokursen mit Kindern und Jugendlichen, die bunten Farben kommen immer gut an, und man glaubt es garnicht, was die an Materialien zum durchleuchten so alles anschleppen :)

 

Licht-Setup: „Franzi“

Canon 7D, 17-50 f:2,8 @f:8, ISO200 1/200s

Gestern durfte ich endlich meinen neuen Strip mit Wabe ausprobieren.

Dabei hat mir die liebe Franzi geholfen, die sich tapfer als Model zur Verfügung gestellt hatte.

Vor schwarzem Molton als Hintergrund, schon bei einem Abstand von nur knapp einem Meter hinter dem Model, ergibt sich ein feines Licht, das ohne lästiges Streulicht die Verwendung der Aufnahme ooc, also ohne nachträgliches Abdunkeln der Hintergrundes in der EBV ermöglicht.
Als Aufhängevorrichtung für den Moltonstoff habe ich einfach ein 3mm Stahlseil in der Breite von etwa 2,5m mit einem Spannwirbel mittels zweier 8mm Schraubhaken an die Wand gedübelt. Gibts auch fertig konfektioniert als „Vorhangschiene“ beim Möbelhaus mit dem Elch.
Der Stoff wird einfach drüber gelegt, und mit drei bis 4 Klammern gesichert.

Als Führungslicht wie gesagt das große Strip (40 x 180 mit Wabe, rechts vom Model in ca. 1m Abstand. 400Ws auf ca. halber Leistung.
Zum Aufhellen der Schatten von links eine kleine SoBo mit 200Ws auf halber Leistung als Fülllicht.
Um die Haare etwas besser vom Hintergrund abzuheben, habe ich noch ein kleines Blitzgerät mit 150Ws auf 1/16 Leistung von links hinten eingesetzt.
Mit einem Ventilator habe ich noch etwas Dynamik in die Haare gebracht.

Hier noch das Setup als Skizze:

Viel Spass beim Nachmachen!

Wer mag, kann sich das komplette Shooting auf meiner HP anschauen:
deprofi.de/Franzi_2/index.html

Fujinon EP 5,6/135

Das Fujinon EP 5,6/135 ist eine feine Vergrößererlinse für das 4″ x 5″ Negativformat. Mit Zwischenringen oder am Balgen mutiert das Teilchen zu einer feinen Makrolinse.

Das Fujinon am Balgen

Wegen der großen Brennweite sollte man zwischen Balgen und Kamera ca. 35mm Zwischenringe anbringen, sonst verschenkt man unnötig Auszugslänge und könnte weit über Unendlich hinaus fokussieren, was bekanntlich wenig Sinn macht. Hier das Fujinon am kleinen Pentacon Balgen. Trotz der 135mm Brennweite eine durchaus noch handliche Kombination. Hier auf Unendlich fokussiert.

Fokussiert auf Unendlich

 

Nein! Das ist kein Sensordreck – das sind Schwalben! ;D (Zumindest zwei der Fussel…)

 

 

 

 

Das Fujinon am kleinen Pentacon voll ausgefahren

So lässt sich schon mit dem kleinen Balgen stufenlos durchfokussieren bis etwa zum Maßstab 1:2 .

Ideal für einen morgendlichen Fotospaziergang über die Wiese, lässt sich doch ohne Objektivwechsel vom Reh am Waldrand bis zum kleinen Käfer alles bequem ablichten

 

 

Auszug 120mm, freihand!

Schon am kleinen Pentacon mit einem Balgen-Auszug von nur 12cm gelingen beeindruckende Nahaufnahmen, die leicht abgeblendet eine gute Schärfe zeigen. Abstand der Frontlinse zum Objekt: ca. 50cm!

 

 

Bissel mehr Auszugsverlängerung 😀

Mit „etwas mehr“ Auszugsverlängerung sind auch Maßstäbe bis 2:1 kein Problem

 

 

 

 

 

ca. 2:1

Bei solchen Maßstäben macht aber das Fotografieren Freihand nicht mehr viel Sinn, wie man hier deutlich sehen kann 😀

Ein gutes Stativ und/oder Blitzlicht dürften das Ergebnis deuitlich verbessern!

 

Die große Stärke dieses Objektives ist aber nicht das Erzielen größter Maßstäbe. Der große Vorteil dieser Optik ist die große Brennweite, die einen sehr großen Abstand zum Objekt ermöglicht. Ein Schmetterling ist bildfüllend aus einer Distanz von 1,5 Metern möglich. Bei Tieren mit geringer Fluchtdistanz gut zu gebrauchen, auch entfällt weitestgehend die oft lästige Abschattung des Objektes durch das Objektiv.

Ideal wäre wohl der Betrieb mit dem Novoflex Schnellschussbalgen. Werde ich sofort austesten, sobald ich das Teil wieder habe! (Falls Du mitliest: Bitte her bringen!) 😀

Helios 44-2 mod: Reversibler Umbau zum Weichzeichner – Portraittele

Das bekannte Helios aus der Russischen Optikschmiede KMZ  ist ein beliebtes manuelles Objektiv mit M42 Anschluss. Mit seiner  Lichtstärke von f:2,0 und der etwas ungewöhnlichen Brennweite von 58mm ist es ideal als preisgünstige Portraitoptik an einer Crop-DSLR.

Helios_01Als Bastelexemplar günstigst aus der Bucht gefischt, mache ich mich sofort daran, das gute Stück zu zerlegen, um die Linsen und die verölten Blendenlamellen zu reinigen.
Die hintere Linsengruppe nehme ich zunächst komplett heraus. Dabei fällt mir auf, daß die Brennweite der nun alleine werkelnden Linsen im Bereich vor der Blende ein deutliches Bild zeigen. Kurzer Test mit der Sonne ergibt eine Brennweite von ca. 100mm*. Wäre das nict ideal als kleines Portraittele?
(*) Gemessene Bildweite von der Blende, also dem „ehemaligen“ optischen Zentrum bis zum scharfen Bild ist nun 75mm)

Kurzer Test an der Kamera ergibt natürlich zunächst kaum ein erkennbares Bild, da die Konstruktion ja nun wegen ihrer längeren Brennweite weit über Unendlich hinaus fokussiert ist.

Eine für diesen Zweck völlig ausreichende kurze Überschlagsrechnung ergibt, daß die neue Brennweite von nun irgendwas knapp über 100mm sich mittels eines passenden m42er Zwischenringes doch wieder fokussieren lassen müsste. Der Abstand von der Blendenebene zur Schärfeebene ist jetzt 75mm – 58mm ergeben 17mm, eine Länge die ich als Zwischenring sogar passend in meiner Grabbelkiste finde.

Ein schneller Test ergibt, daß die Kombination sich nun noch sehr gering über Unendlich hinaus, und das Objektiv sich im Nahbereich noch bis auf ca. 1,7m fokussieren lässt.

Die näheren Entfernungsangaben auf dem Objektivgehäuse werden durch die veränderte Brennweite zur Naheinstellgrenze hin nun allerdings zunehmend irrelevant.

Mit einem längeren Zwischenring lässt sich problemlos auch noch näher fokussieren, allerdings unter Verlust der Unendlicheinstellung.

Meine Überlegung war nun, daß das Objektiv mit dieser Modifikation nicht nur eine längere Brennweite aufweist, welche es auch an einer Kleinbild („Vollformat-„) Kamera zum leichten Portraittele macht, sondern vor Allem die aufwändige Korrektur der Optik  nun völlig daneben liegen sollte, was möglicherweise einen netten Unschärfe- oder Weichzeichnereffekt bewirken könnte.

Weiter unten seht ihr ein Ergebnis aus der Testreihe. Ich bin angenehm überrascht.

Doch hier zunächst die Umbauanleitung:

Helios_02In Unendlich-Position ragt die hintere Linsengruppe etwas über das M42 Gewinde hinaus, und ist gut zugänglich. Zu erkennen sind die Kerben mittels denen sich die Verschraubung lösen lässt.
Da wir die Gruppe komplett entfernen wollen, sind für uns die äußeren Kerben (grün ->) interessant. Die Inneren (rot->) des Halteringes halten die Rücklinse in Position, und muss zu diesem Zweck nicht gelöst werden.
Praktischerweise steht die Kerbung so weit über, daß sich die hintere Linsengruppe mit einem in die Kerben eingesetzten Messer oder Lineal problemlos lösen lässt.

Helios_03Mit einer Vierteldrehung nach links ist die Linsengruppe lose, und lässt sich nun dank des präzisen Feingewindes leicht von Hand komplett ausschrauben.
Die Linsengruppe kann nun beiseite gelegt werden, die benötigen wir aber noch für den später jederzeit möglichen Rückbau zum Originalobjektiv. Die Linsengruppe lässt sich gut gegen Staub und Kratzer geschützt in einem KB-Filmdöschen aufbewahren.

Helios_04Jetzt ist auch schon die hintere Seite der Blende freigelegt, und einer Inspektion zugänglich. Zur evtl. nötigen Reinigung muss das Objektiv natürlich weiter zerlegt werden, aber das ist hier aber nicht Thema.

Helios_05Hier der passende 17mm Zwischenring. Ein Ring mit Stößel ist nicht nötig, den hatte ich eben zufällig hier rumfallen. Bei 17mm lässt sich das Objektiv relativ genau auf Unendlich fokussieren*, die Naheinstellgrenze vergrößert sich durch die verlängerte Brennweite auf ca. 1,7m
Ein kürzerer Ring erlaubt das hier sinnfreie Fokussieren über Unendlich hinaus, und vergrößert die minimale Einstellentfernung. Ein längerer Zwischenring ermöglicht näher zu fokussieren, allerdings unter Verlust der Unendlichstellung.(*) Wers exakt mag, der kann ja z.B. ein, zwei Lagen Klebeband (ca. 0,2mm) auf den Bajonettsitz kleben, dann dürfte die Unendlichstellung sogar einigermaßen exakt stimmen. Hinten im Bild seht ihr auch schon den linsenlosen Adapter von M42 auf meine EOS-Canonen. Der Flansch für den Stößel der M42er Blendenautomatik ist in diesem Fall nicht nötig, stört aber auch nicht.
Helios_06So sieht die fertige Kombination bereit zum Anschluss an die Kamera aus. Ähnlich dürfte das auch mit anderen Kamerasystemen realisierbar sein. Die wenigen Handgriffe für den Umbau sind in kaum einer Minute erledigt.
Und jetzt der Test:
Da ich auf die Husche grad kein geeignetes pflegeleichtes Model zur Hand habe, muss mal wieder die Plastik-Uschi herhalten 🙂

Helios_07Das Objektiv lässt sich dank seiner relativ brauchbaren, hellen Offenblende und der langen, butterweich laufenden Fokusschnecke feinfühlig fokussieren. Die Vorwahlblende ermöglicht anschließend schnelles Abblenden auf den gewünschten, voreingestellten Wert. Bei Offenblende ergibt sich ein deutlicher Weichzeichnereffekt in der Bildmitte, welcher zu den Rändern hin heftig zunimmt. Ein, wie ich finde, toller „dreamy“ Effekt, der sich durch Abblenden dezenter einstellen lässt. Bei Blende 11 ist der Effekt nahezu verschwunden, und bei f:16* ist die Kombi fast so scharf wie das Originalobjektiv.

(*) Durch die Verlängerung der Brennweite sind die auf dem Blendeneinstellring aufgedruckten Blendenwerte nur noch als Hinweis zu verstehen. In der Realität werden diese um etwa eine Blende dunkler ausfallen.
Das ist evtl wichtig wenn ihr einen externen Belichtungsmesser, etwa zum Blitze einmessen im Studio verwendet. Bei TTL-Blitzautomatik oder Aufnahmen  mit der Zeitautomatik merkt und regelt das eure Kamera aber selbsttätig.

Freistellung!

Immer wieder stolpere ich über Portraitfotos, die mit sehr geringer Schärfentiefe, also weit geöffneter Blende fotografiert wurden.  Das kann reizvoll sein, übertrieben eingesetzt geht der Schuss aber schnell nach hinten los.

3178-IMG-3499-JPGIn einschlägigen Foren wird ständig ein riesiger Bohei gemacht, um das Freistellungspotential hochlichtstarker Objektive, dabei gerät völlig in den Hintergrund, daß Freistellung durch Unschärfe, also winzige Schärfentiefe, nur eine von vielen, oft besseren Möglichkeiten darstellt, ein Objekt vor dem Hintergrund freizustellen.

Das Foto von Bonny (der Autor wollte hier nicht genannt werden, vielen Dank fürs zur Verfügung stellen!) zeigt deutlich, daß man es mit der Freistellung durch Offenblende leicht übertreiben kann. Zwar sind die Augen des Hundes perfekt im Fokus, aber Nase und Ohren versinken in wattiger Unschärfe.  „Langnasige“ Europäische Menschen, oder gar Hunde benötigen bei großen Abbildungsmaßstäben, also Aufnahmen aus der Nähe, i.d.R. deutlich weiter geschlossene Blenden, um von der Nase bis zu den Ohren scharf abgebildet zu werden.

Ich finde die Freistellung per Offenblende oft sehr überzogen eingesetzt. Nur weil man es dank offenblendigem, lichtstarkem Objektiv kann, muss es nicht gut aussehen. Freistellen kann man auch mit der zur nötigen Schärfentiefe passenden Blende, so daß Nase und Ohren noch ausreichend scharf sind. Zumal man Freistellung eben nicht nur durch die Wahl der Blende erreicht.  Im Gegenteil, Freistellung durch Offenblende zeugt oft von unüberlegter Wahl des Hintergrundes oder weiterer Parameter, die das Bild beeinflussen.
– Abstand zum Hintergrund
– Farbe des Hintergrundes
– Helligkeit des Hintergrundes
– Struktur des Hintergrundes:
um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

An hochlichtstarken Objektiven verdienen natürlich die Hersteller, und so wird das „Freistellungspotential“ teurer, offenblendiger Objektive fleißig beworben. Hintergrund, Blickwinkel oder Motivabstand lassen sich halt nicht verkaufen, und so geht das eben schnell unter, daß es viele weitere und oft besserer Möglichkeiten gibt, sein Motiv freizustellen.

Im Folgenden möchte ich euch daher ein paar Beispiele zeigen, bei denen die Freistellung des Objektes nicht durch Offenblende erreicht wurde, die gezeigten Beispielbilder sind meist mit Blenden um f:8 gemacht.

Steampunk7Hier ein Beispiel für Freistellung durch Farbe/Nichtfarbe. Das Bild ist mit Blende 8 und 50mm Brennweite fotografiert.

Im Gegensatz zum knallbunten Model sind die Wasserfontänen hinter dem Model einfach farblos grauweiß. Obwohl diese noch annähernd scharf abgebildet werden, ist das Model im Vordergrund deutlich vom Hintergrund abgehoben. Die leichte Unschärfe des Hintergrundes rührt hier eher von der schnellen Bewegung des Wassers, als von der gewählten Schärfentiefe.

bd6e456f-c76d-4018-adc1-f331397b9e44In diesem Beispiel lehnt das Model aus dem Fenster, und schaut auf die Straße, wie man in der Spiegelung der Sonnenbrille gut erkennen kann. Freistellung durch Licht. Das Model wird vom Tageslicht gut beleuchtet, die Stube im Hintergrund ist deutlich dunkler, da bei allen weiteren Fenstern die Rolläden herunter gelassen waren.  Bei der gewählten Blende von f:5,6 wäre sogar die Uhr im Hintergrund noch fast scharf zu sehen, wenn sie nicht im Dunkel des Raumes verloren ginge.

IMG_6310_bea_fertigFreistellung durch Kontrastfarbe: Diese Beispiel zeigt den Effekt von kontrastierenden Farben zwischen Objekt und Hintergrund. Der Blauverlauf des Hintergrundes ist fast komplementär zu den gelben Haaren des Models, und ergibt selbst bei ähnlichen Helligkeitswerten eine deutliche Abgrenzung zwischen Hintergrund und Model. Verstärkt wird die freistellende Wirkung hier auch durch die nahezu völlige Strukturlosigkeit des Hintergrundes. Auch hier eine Blende um f:8, das Model ist trotz Nahbereich scharf von den Fingern bis zu den Haaren, kein Grund, die Blende weiter zu öffnen.

Bea_IMG_1297Freistellung gelingt aber auch mit nichtkomplementären Farben. Hier wirkt eher die Strukturlosigkeit des Hintergrundes freistellend. Hinzu kommt der Helligkeitskontrast zwischen der Haartracht des Models, bzw. zwischen der Hand der Visagistin und dem Hintergrund. Unstrukturierte Hintergründe bieten sich zur Freistellung natürlich an, sind aber leider nicht überall anzutreffen. Im Studio ist das kein Problem, in freier Natur schon eher. Doch auch in diesen Fällen gibt es Möglichkeiten, das Objekt freizustellen. Dazu aber weiter hinten.

IMG_6537_bea_fertigEine weitere beliebte Möglichkeit zur Freistellung ist es, einen schwarzen Hintergrund zu verwenden. Das sieht häufig besonders gut aus, wenn einzelne Teile des Motivs auch noch farbig hervortreten, und vor dem dunklen Hintergrund regelrecht zu leuchten anfangen. Die Ausleuchtung solcher Motive ist oft ein wenig „tricky“, die schwarze Kleidung benötigt hier z.B. genügend Licht, um noch deutliche Zeichnung zu erhalten ohne in Dunkelheit abzusaufen. Gleichzeitig sollen Haut und Haare des Models ja nicht überbelichtet werden, und ausfressen. Ein Spot von schräg hinten auf den oberen Bereich der Haare hätte in diesem Bild den Oberkopf noch deutlich besser vor dem schwarzen Hintergrund freigestellt. Den billigsten und schwärzesten schwarzen Hintergrund habt ihr übrigens alle zuhause: Stellt euer Model einfach nachts vor ein geöffnetes Fenster!

startpic_liselSchwarz geht immer, sogar schwarz vor schwarz geht! Das Haarlicht genügt hier gerade, die schwarze Kapuze noch sichtbar werden zu lassen. Hier waren aber dann auch schon drei unterschiedliche, fein aufeinader abgestimmte Lichtquellen nötig, um das Gesicht gut auszuleuchten, und die Ränder der schwarzen Kapuze vor dem schwarzen Hintergrund gerade noch sichtbar zu machen. Mit der Klappfunzel der Kamera hätte das derbe Schlagschatten von der Kapuze im Gesicht gegeben. Aber soviel nur der Übersicht halber.

oeli-in-der-tuer-7eb53d25-4f3e-40d5-9536-52a65cfb9786Das krasse Gegenteil zu einem schwarzen Hintergrund bietet natürlich ein weißer Hintergrund. In diesem Fall ein Tuch hinter dem Türrahmen, welches von hinten beleuchtet die einzige Lichtquelle darstellt.

Das Model wird dadurch fast zur Silouhette, einzig die Größe der Lichtabstrahlenden Fläche bewirkt, daß das Model noch etwas von Licht „umflossen“, und nicht völlig als Scherenschnitt abgebildet wird. Die Haut und das graue Top erhalten noch genügend Licht, um deutlich Farbe und Zeichnug zu bekommen, die schwarze Leggin und die Schuhe werden wirklich zum Scherenschnitt, und betonen hier Pose und Figur des Models. Auch ohne Offenblende ist hier die Freistellung wohl auf die Spitze getrieben.

„Im Studio kann das ja Jeder – aber das geht doch nicht im Freien!“

IMG_9874_beaAuch im Freien gibt es oft die Möglichkeit, einen strukturlosen, weißen Hintergrund zu nutzen. Hier z.B. eine Milchglasscheibe. Bei Sonne gibts dann aber schnell extrem harte und störende Schlagschatten auf dem Hintergrund. Wenn ihr euer Model nicht weit genug vom Hintergrund entfern positionieren könnt, um die Schatten aus dem Bild heraus zu halten, dann klatscht euer Model einfach direkt an die Scheibe, die Schatten folgen dann den Umrissen eures Models direkt als Kontur.

IMG_9377_beaAber auch deutlich strukturierte Hintergründe können ihren Reiz haben. Die Freistellung wird hier durch das gleichförmige kleinmaschige Muster erzielt, die einen deutlichen Kontrast zum Model bilden. Darüber hinaus ist das Aluminiumgitter farblos grau, was einen guten Kontrast zu dem deutlich bunteren Model mit seinem Tuch bewirkt. Die Abgrenzung zwischen Hintergrund und Kleid ist durch den Helligkeitsunterschied zwischen Hintergrund und dem Schwarz des Kleidchens gegeben. Auch so kann Freistellung gelingen.

herbst-7f2ad70e-2a37-40ad-829d-b0eb8aa63240Der Hintergrund muss aber keineswegs gleichförmig strukturiert oder gar farblos sein. Auch leuchtendes, buntes Herbstlaub gibt einen wunderbaren Hintergrund, vor dem sich das Model deutlich abhebt. Das dunkle Haar und die schwarze Lederjacke sind hier natürlich hilfreich. Ein rothaariges Model in Orange-grün gemusterter Jacke wäre vor diesem Hintergrund natürlich nahezu unsichtbar geworden.

IMG_4697._beFreistellung durch unterschiedliche Helligkeit seht ihr in diesem Beispiel. Die Aufnahme ist nicht etwa in einem Innraum gemacht, sondern an einem sonnigen Sommernachmittag im Freien. Obwohl auf dem Foto alles scharf zu sehen ist, dominiert im Bild deutlich das Model mit ihren leuchtend türkisen Haaren. Die Sonne stand hier rechts hinter dem Model, so daß die Mauer eben in ihrem eigenen Schatten steht, und dadurch natürlich dunkler beleuchtet ist als das Model. Dieses bekommt direktes Sonnenlicht von schräg hinten, rechts oben, wodurch die Haare, Arm und Beine beleuchtet werden. Der „Rest“ vom Model wurde aus kurzer Distanz von schräg links mit dem Blitz beleuchtet. Dadurch ist das Model selbst ausreichend beleuchtet, aber wegen des Abstandsgesetzes kommt von dem Blitzlicht kaum noch etwas an der Mauer hinter dem Model zur Wirkung. Freistellen durch Licht eben. So einfach kann das sein, und doch so spektakulär in der Wirkung.

Steampunk2Zu guter Letzt noch ein Beispiel für die Freistellung durch Brennweite. Hier habe ich eine etwas längere Brennweite von 100mm gewählt. Trotz einer Blende von f:7 ist hier das Model noch überall ausreichend scharf, der störend wilde unregelmäßige Hintergrund versinkt aber schon deutlich in Unschärfe. Zudem ist der Hintergrund hier auch leicht unterbelichtet, da er größtenteils im Schatten liegt. Zusätzlich dient auch der Farbkontrast zwischen den knallroten Haaren und dem Laub der Bäume einer hinreichenden Freistellung vor dem Hintergrund.

Zusammenfassend möchte ich sagen, es gibt weit mehr Möglichkeiten das Objekt frei zu stellen, als einfach nur die Blende eines lichtstarken Objektives bis zum Anschlag aufzureißen. Einige Möglichkeiten und deren Kombinationen habe ich euch hier gezeigt. Natürlich gibt es noch Weitere, und mit diesem Artikel erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Prinzip geht es bei der Freistellung immer darum, zwischen Objekt und Umfeld einen Kontrast wirken zu lassen. Dieser Kontrast kann im Licht, in der Farbe, der Struktur oder jeder Kombination daraus bestehen. Auch kann es natürlich durchaus angebracht sein, das Objekt durch eine bewusst geringe Schärfentiefe, durch Offenblende in Kombination mit den gezeigten Werkzeugen frei zu stellen.  Wichtig ist mir aber darzulegen, daß es wesentlich kreativere, wirkungsvollere, interessantere und vor allem billigere Darstellungsweisen gibt, als einfach nur ohne Sinn und Verstand alleine die Blende auf zu reißen. Ein rothaariges Model im oragenen Kleid stellt ihr auch mit noch so weit offener Blende nicht frei vor einem orangenen Hintergrund. Ihr bekommt lediglich unscharfe Nasen und Ohren – und wer will das schon…

Das wird jetzt vielleicht die Hersteller teurer lichtstarker Objektive ärgern, aber auch mit dem „Dunkelzoom“ oder der billigen Kitlinse lassen sich mit etwas Hirn und offenen Augen ansprechend freigestellte Aufnahmen anfertigen. Also macht einfach die Augen auf, stellt euer Model oder sonstiges Objekt vor den passenden Hintergrund, achtet auf das Licht, die Farben und habt Spass! Oft genügt es sogar schon, ein klein wenig die Perspektive zu verändern, einen kleinen Schritt nach links oder rechts, etwas weiter von unten oder oben, und schon ergibt sich eine komplett andere Bildwirkung. Besonders bei längeren Brennweiten ändert sich dadurch der abgebildete Ausschnitt aus dem Hintergrund oft gewaltig.

Cyanotypie

Berliner Blau gilt als das erste moderne Pigment, das in dieser Form nicht in der Natur vorkommt. Wahrscheinlich um 1706 wurde Berliner Blau erstmals von dem Berliner Farbenhersteller Diesbach hergestellt. Gewonnen wird das Pigment aus einer Lösung von Eisen(III)-Salz und gelbem Blutlaugensalz

Die Cyanotypie, auch als Blaudruck, Eisenblaudruck bekannt, ist ein altes fotografisches Edeldruckverfahren mit typisch cyanblauen Farbtönen.

Herschel_sitzendIn einer Lösung aus Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumhexacyanidoferrat(III) bildet das Eisen unter UV-Licht blaue Kristalle von stabilem und lichtbeständigem Berliner Blau. Nach der Daguerreotypie und Talbotypie zur Herstellung von stabilen fotografischen Bildern entdeckte um 1840 der Naturwissenschafter und Astronom Sir John Herschel auf der Basis dieser Chemie ein Verfahren zur Herstellung von fotografischen Bildern.

Die nicht zu Kristallen umgewandelte Lösung kann mit Wasser aus dem getränkten Trägermaterial einfach ausgewaschen werden.

Er nannte seine Methode Blaudruck oder Cyanotypie. Anders als bei modernen Silbergelatine-Prints entsteht das Bild dabei direkt im Papier und nicht nur in einer Schicht an der Oberfläche. Es ist ein Verfahren, das auf Eisen und nicht auf Silber beruht, welches sonst bei der herkömmlichen Herstellung von Fotoabzügen (und den zuvor erfundenen Verfahren) verwendet wird.

Die Belichtung erfolgt unter einem Schatten werfenden Gegenstand als Fotogramm (Gegenstand, Pflanze etc.) oder mit einem Negativ durch UV- oder Sonnenlicht.

Fotografisch stand diese Technik die meiste Zeit eher im Abseits.

Anna_Atkins_algae_cyanotypeAnna Atkins eine britische Naturwissenschaftlerin, machte aber schon um 1841 diese fotografische Technik durch ihre Bücher bekannt, in denen sie Farne und andere Pflanzen mit Cyanotypien dokumentierte.

Chemisch ist das Verfahren in der Fotografie nicht besonders kompliziert auszuführen, die im Gegensatz zu modernen Filmemulsionen geringe Lichtempfindlichkeit macht es aber nötig, große Negative im Kontaktverfahren einzusetzen.

Das Verfahren arbeitet relativ kontrastreich, und ergibt Abzüge in Abstufungen von Cyanblau bis zum weiß des verwendeten Trägermaterials. Reste von Chemikalien im Papier, vor allem Alkalien, beeinflussen das Ergebnis negativ, da hierbei die Bildung der blauen Eisenverbindung gestört wird. Auch sollte das Papier bei dessen Herstellung nicht mit Eisen, etwa Walzen zum Pressen oder Trocknen, in Berührung gekommen sein.

Die Farbstoffkristalle bilden sich innerhalb der Faser, daher sind nichtsaugende Kunststoffe und deren Fasern als Trägermaterial ungeeignet.  Alkalische Medien wie Zemente und Putze sind wegen ihres Alkaligehaltes, welcher die Bildung der blauen Eisensalze stört, ebenfalls nicht geeignet.

Gut geeignet sind dagegen saugende Werkstoffe, etwa Holz, Stoffgewebe aus Naturfasern oder gar saugende Natursteine.

Beste Ergebnisse erhält man aber auf handgeschöpftem Büttenpapier oder Aquarellpapier mit möglichst hoher Grammatur. Die Struktur des Trägermaterials bleibt erhalten, und zeigt sich bei passender Belichtung deutlich in der Oberfläche des Abzuges.

Die exakte Reproduzierbarkeit ist aufgrund vieler äußerer Umstände wie der Saugfähigkeit des Papiers, Art und Menge des Auftrag der Lösung, die stärke des Lichtes bei der Belichtung oder die Nachbehandlung bis zur Trocknung nicht gegeben, so dass jeder einzelne Abzug ein Unikat darstellt.

Geeignete Negative und Trägermaterial vorausgesetzt, ist der eigentliche Prozess recht einfach durchzuführen. Einen Eindruck von der Anwendung erhälst Du im angehängten Video

Einige Beispiele seht ihr auf meiner Internetseite http://deprofi.de als kleine Diashow, oder als

Kleine Werkschau: „Cyanotypie“
08.05. – 30. 07. 2015
im La Bamba, Kämmererstr. 77, Worms