Spannungsoptik

Und weils Spaß macht, hier gleich noch ein weiteres Tutorial, das mit einfachsten Mitteln zu beeindruckenden Effekten führt.

Filterdose in polarisiertem Licht

Ein spannendes Thema und eine interessante Spielerei: Aufnahmen mit polarisiertem Licht.

Unter dem Mikroskop fotografiere ich des Öfteren Kristalle in Polarisiertem Licht. Strukturen, die sonst kaum sichtbar wären, bekommen durch Kreuzpolarisation interessante Farben.

Hier ein kleines Tutorial, wie man den Effekt mit minimalem Aufwand auch ohne Mikroskop und spezielle Optiken erzeugen kann.

Die Methode beruht darauf, polarisiertes Licht durch ein Zweites, im 90° Winkel zur Lichtquelle angeordnetes Polfilter zu schicken. Im besten Fall (gute Filter) wird das Licht bei gekreuzten Polfiltern fast vollständig ausgelöscht.
Bringt man nun irgendwelche durchsichtigen Gegenstände zwischen Lichtquelle und zweiten Polfilter, dann entpolarisiert das Material die Lichtstrahlen der Lichtquelle, bzw. dreht deren Polarisationsrichtung, so daß je nach Materialstärke und Materialspannung interessante Farbeffekte entstehen.

Was ihr Braucht:

Als Lichtquelle, bzw. Leuchtfläche geeignet ist praktisch jedes Schmierfon, Tablet oder euer Flachbildmonitor. Die Monitore haben ein eingebautes Polfilter, und liefern gleichmäßig polarisiertes Licht.

 

weiß.jpg, zum Download 🙂 (Rechtsklick ->Link in neuem Tab oder Fenster öffnen, und dann Grafik speichern unter…)

Damit der Monitor hell leuchtet, stellt ihn entweder auf „Taschenlampe“, oder lasst ihn einfach ein gleichmäßig weißes Bild in voller Größe anzeigen.
Wer grad keins zur Hand hat, darf sich gern Meines herunterladen und verwenden. Auf etwaige Urheberrechte erhebe ich in diesem Fall keinen Anspruch :)

Vor dem Objektiv eurer Kamera benötigt ihr ein Polfilter. Das muss keineswegs ein teures, hochwertiges Zirkulares sein, wie es z.B. bei Landschafstsaufnahmen an der DSLR verwendet wird, es genügt hier ein olles billiges Lineares, wie es oft in der E-Bucht für wenige Euro ersteigert werden kann, oder zur Not sogar die Polfilterfolie aus einer 3D Brille.

Als Kamera genügt jede Kompakte, mit der ihr nahe genug rankommt, um eure Objekte groß genug abzubilden.

Als Objekt geeignet ist fast jeder durchsichtige Kuststoffgegenstand, etwa Lineale, Verpackungsdosen, CD-Hüllen, Folien von Verpackungsmaterial, die ihr zerknittern oder dehnen könnt, usw.

Vorgehensweise:

Lichtquelle flach auf den Tisch legen. Weißes Bild auf voller Fläche anzeigen lassen. Objekt drauflegen.

Jetzt das Filter vor die Kamera halten oder, falls möglich, vors Objektiv schrauben. Durch Drehen des Filters findet ihr die Stellung, in der euch die Farben am besten gefallen, auslösen, fertig.

In der EBV könnt ihr anschließend den Kontrast und die Sättigung noch ein wenig anheben, wenn ihr mögt.

Mach ich übrigens gerne bei meinen Fotokursen mit Kindern und Jugendlichen, die bunten Farben kommen immer gut an, und man glaubt es garnicht, was die an Materialien zum durchleuchten so alles anschleppen :)

 

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