Die Mädels fliegen lassen!

Hier also mal ein kleines Making Of mit Tutorial zu einem netten Levitationseffekt, der relativ einfach umzusetzen ist.
Die Technik lässt sich natürlich nicht nur verwenden, um Mädels fliegen zu lassen. Eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Schon mit einer einfachen digitalen Kompaktkamera sind solche Fotos problemlos machbar.
Was ihr neben der passenden Idee und einem netten Model benötigt, ist ein Stativ. Denn um den Hintergrund von der „Fliegehilfe“ freizustellen, braucht ihr ein passgenau gleiches Bild vom Hintergrund, ohne das Model und die Leiter. Statt einer Leiter ist hier natürlich auch ein Klappstuhl, Tisch oder ähnliches brauchbar. Sollte halt transportabel und ausreichend stabil sein.
Ihr müsst beim Fotografieren nur darauf achten, daß keine Teile des Vordergrundes, also des Models oder was immer ihr fliegen lassen wollt, von eurer Fliegehilfe, etwa einer Stuhllehne, verdeckt werdenAls Software ist jedes Bildbearbeitungsprogramm geeignet, mit welcher sich Layer einfügen und bearbeiten lassen. Das muss nicht das teure Photoshop sein, ich verwende Paintshop Pro, aber z.B. auch das kostenlose Gimp bietet die Möglichkeit,  mit Layertechniken zu arbeiten.Meine Idee war, das Model mit einem Schirm in der Hand vom Wind wegpusten zu lassen.
Geeignet ist hier jeder Hintergrund,  der sich während der Fotosession nicht allzusehr verändert. Große Blätter im Wind, schnell ziehende Wolken oder wegfahrende  Autos sind hier eher ungeeignet.
Vorbereitung:
Zunächst stellt ihr euer Stativ mit der Kamera so auf, daß ihr den gewählten Hintergrundausschnitt wie gewünscht im Bild habt.  Zur besseren Übersicht ist es vorteilhaft, schon jetzt das Model mit der Leiter probeweise im Bild zu plazieren.Wenn ihr den geeigneten Bildausschnitt gefunden habt, dürft ihr natürlich den Zoom nicht mehr verstellen, bei offeneren Blenden ist es auch sinnvoll, den Autofokus abzuschalten, nachdem ihr auf das Model scharfgestellt habt. Sonst habt ihr nachher ein Bild mit Fokus auf dem Model, und ein zweites mit Fokus auf dem Hintergrund.

Aufpassen, daß euch niemand ans Stativ latscht, das kann in einer betriebsamen Fußgängerzone nerfig werden.
Praktisch ist auch ein Assistent, der nicht nur dem Mädel auf die Leiter hilft (kann mit High Heels nötig werden!), mit dem Reflektor die Schatten aufhellt oder Wind in die Haare fächelt, sondern auch rücksichtslose Autofahrer verjagt, die sich frech zwischen Model und Kamera ins Halteverbot stellen wollen.

Mein Licht mache ich mit dem Freelander gerne selbst, aber ein Reflektor genügt in den meisten Fällen.  Bei leicht bedecktem Himmel ist aber oft auch dieser nicht zwingend erforderlich. Nachdem die Belichtung und falls erforderlich,  die Beleuchtung eingestellt und eingemessen ist, kommen wir zu den

Aufnahmen:

Da die „Fliegehilfe“ ja schon mal da steht, beginne ich mit den Aufnahmen mit Model. Hier ist es meist ziemlich spassig, verschiedene Posen auszuprobieren. Für die Fliegebilder zähle ich „3,2,1“ rückwärts, gefolgt vom Kommando „flieg!“, worauf das Model kurz die vorher abgesprochene Position einnimmt. In diesem Fall also z.B.  Arm und Bein abspreizt,  und den Schirm hoch hält, als wäre er vom Wind erfasst worden. So wirkt die Pose dynamischer, und lange auf einem Fuß auf  der Leiter steht ohnehin niemand gerne :)

Hier mache ich dann locker mal 20 oder 30 Aufnahmen, wechsle dabei den Schirm gegen Schmetterlinge oder Luftballons, die das Model in die Luft heben, usw.Die Kamera sollte dabei möglichst nicht berührt werden, damit sich der Bildausschnitt nicht verstellt.
Ein Kabel- oder Funkauslöser sind hier zweckmäßig. Bei vorsichtigem Hantieren am Kameraauslöser ist das natürlich aber auch ohne Fernauslöser machbar.
Vordergrund

Abschluss:

 Zum Schluss räume ich das Model und die Leiter aus dem Bild, und mache bei unveränderter Kameraeinstellung ein, zwei  Bilder vom Hintergrund. Jetzt ist Zeit mit Model und Assi ein Eis essen zu gehen :)
Hintergrund

Bearbeitung:

Das Bild vom Hintergrund lade ich in mein Bildbearbeitungsprogramm, und lege ein Bild vom Model als zweiten Layer deckungsgleich drüber.Jetzt wähle ich aus der Werkzeugpalette den Löschpinsel, und lösche störende Bildteile im Vordergrund einfach weg.  Hier wird jetzt der deckungsgleiche Hintergrund sichtbar, und die Leiter verschwindet.Je nach Komplexität der Bildelemente kann die Größe des Löschpinsels und dessen Randschärfe angepasst werden.  Zuviel weggelöschte Bildteile lassen sich per rechter Maustaste auch einfach wieder zurückmalen.

Abschließend die Layer zu einer Ebene zusammenfassen, und das Bild wie gewünscht fertig bearbeiten.

Die exakten Arbeitsschritte bei der Layerbearbeitung sind von Programm zu Programm etwas unterschiedlich, daher möchte ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. In der Hilfefunktion eures Programmes solltet ihr aber fündig werden, sofern ihr ein Problem habt.
Zum Ausprobieren dürft ihr gerne die beiden letzten Bilder (Vordergrund und Hintergrundbild) verwenden, aber bitte nicht veröffentlichen.

Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an mein geduldiges Model Ronja für den witzigen Nachmittag und meinem Assi „Conan“ Andy, für die umfangreiche Hilfe beim Schleppen und am Set. :D

Euch viel Spass beim Nachmachen! Und wenn irgendwas unklar ist, könnt ihr ja gerne hier nachfragen.

Greetz^^
Claus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.