Gimp & Co – preiswerte & kostenlose Programme zur Bildbearbeitung

Nicht grundlos ist das mächtige Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photshop im professionellen Sektor marktführend. Das Programm lässt in der Bild- bearbeitung keine Wünsche offen. Das Netz ist voll von Tutorials, Plugins, Filter, Pinseln usw. Das hat aber eben auch seinen (nicht eben geringen!) Preis.

Viele Hobbyanwender haben aber entweder gar nicht den Bedarf an einer solch umfangreichen Software,  oder auch einfach keine Lust, für Software, die sie nur zu Bruchteilen ausnutzen, einen Haufen Geld auszugeben.

Doch es gibt ja auch Preiswertere, oder gar völlig kostenlose Bildbearbeitungsprogramme. Diese bieten in der Regel nicht den kompletten Funktionsumfang von PhotoShop, kommen aber in den aktuellen Versionen dem „Platzhirschen“ schon sehr nahe.

Selber nutze ich meist eine ältere Version von Corels „Paintshop Pro“, die im Vergleich zur jeweils aktuellsten Version wesentlich preisgünstiger angeboten wird. Trotzdem erfüllt das Programm fast alle Anforderungen, die man an eine gute Bildbearbeitunssoftware stellen kann.
Selbst die gängigen Plugins für Adobes Photoshop (.8bf) lassen sich problemlos integrieren.
Schon für 20€ bis 30€ kann man so zu einer professionellen umfangreichen Bildbearbeitung kommen, die sich durch oft sogar kostenlose Plugins nahezu unbegrenz erweitern lässt. Der Workflow ist gelegentlich etwas sperriger als bei Photoshop, prinzipiell lässt sich aber alles, was in Photoshop geleistet werden kann, auch mit PSP bewerkstelligen.
Zahlreiche Tutorials im Netz ermöglichen auch dem Einsteiger, sich schnell in das doch umfangreiche Programm einzuarbeiten.

Darüber hinaus gibt es auch völlig kostenlose Bildbearbeitunsprogramme, welche seit sie die Ebenen  und Maskentechniken implementiert haben, den kostenpflichtigen Programmen kaum noch nachstehen. Exemplarisch möchte ich hier Gimp und Paint.Net vorstellen. Gimp_k

Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp  wird als Open Source Projekt
entwickelt, und ist für die Plattformen Windows, Mac und Linux verfügbar. Die aktuelle Version 2.8 läuft auf meinem Windows 7 64Bit stabil und problemlos.

Den kostenlosen Download findet ihr hier:

Download GIMP 2.8.14

Die umfassende Hilfedatei dazu in deutscher Sprache hier:

Users Manual Gimp

Ein E-Book zur Installation und Anwendung von Gimp findet ihr  hier:

E-Book Gimp

Im Netz kursieren dank der großen Usergemeinde viele und z.T. sehr umfangreiche Tutorials, von denen ich hier exemplarisch mal zwei angeben will:

Gimp Tutorials ->
http://www.gimp-tutorials.de/
gimpusers.de/tutorials

Ein weiteres sehr umfassendes Bildbearbeitungsprogramm ist das ebenfalls kostenlose Paint.Net LogoPaintNet

Im Umfang etwas übersichtlicher, ermöglichen die aktuellen Versionen aber auch die üblichen Ebenenfunktionen. Zahlreiche Plugins und Tutorials zu diesem sehr empfehlenswerten Programm gibt es leider nur in englischer Sprache. Das Programm selbst lässt sich jedoch uneingeschränkt auch in Deutsch und vielen weiteren Sprachen verwenden.

Den Link zum ebenfalls kostenlosen Download findet ihr hier:

Paint.Net

Wer also zunächst einmal in die Bildbearbeitung „reinschnüffeln“ will, ohne gleich Geld ausgeben zu müssen, oder sein mühsam verdientes Geld lieber in Fotoequipment investiert, dem kann ich die beiden letztgenannten Programme vorbehaltlos empfehlen! t2025

SW Filmentwicklung

Zum entschleunigten Fotografieren ideal ist es natürlich, auf klassisches analoges Filmmaterial  zu belichten. Diafilme und Farbfilme lassen sich bequem im  Labor entwickeln,. Mit Schwarzweisfilm ist das prinzipiell zwar auch möglich, aber völlig unnötig. Die Entwicklung von SW-Filmen ist nicht schwierig, man benötigt dazu nicht einmal zwingend eine Dunkelkammer.  Und die wenigen benötigten Materialien und Geräte sind billig gebraucht zu bekommen.

SW-Film ist lichtempfindlich, und muss daher zum Entwickeln bei völliger Dunkelheit in einen Entwicklungstank eingebracht werden. Dazu genügt es aber, in den Nachtstunden in einem verdunkelten Raum zu arbeiten, oder einen Filmwechselsack zu verwenden. Das Einspulen des belichteten Films dauert mit etwas Übung kaum  eine Minute.
An Werkzeug braucht ihr folgendes:
Einen Entwicklungstank. Am vorteilhaftesten sind sog. Kippdosen, die es von verschiedenen Herstellern in guter Qualität gibt. Gebraucht in der Elektro-Bucht um 10€ zu bekommen
– Ein, oder besser zwei Messbecher, 1 Liter, für Entwickleransatz und Fixierbad
– Zwei Filmklammern, zum aufhängen und trocknen des Filmes
– Kleine Mensur, etwa 50ml bis 100ml zum abmessen der Chemikalien.
Billiger und praktischer als kleine Mensuren sind Einwegspritzen aus der Apotheke.
– Ein Thermometer. Der Bereich um die 20°C sollte gut ablesbar sein
– Eine Schere. Zum abschneiden des Filmanfangs
– Eventuell eine Filmabstreifzange.
– Eine Flasche für das Fixierbad. Das kann mehrfach verwendet werden, und darum nach Anwendung am besten in einer 1 Liter Kunstoffflasche aufbewahrt werden. Praktisch ist eine Flasche mit weitem Hals. Dann lässt sichs leichter eingießen. Alternativ gehts auch mit Trichter

Die hier gezeigte Entwicklungsdose bietet die Möglichkeit, zwei 35mm Filme gleichzeitig zu entwickel, oder 120er Rollfilm einzuspulen. Dazu lassen sich die Spiralen auf die benötigte Filmbreite einstellen. Bei 60mm breitem Rollfilm passen sogar zwei Filme hintereinander in eine Spirale
Der Arbeitsablauf ist nun Folgender:
Als erstes muss der Filmanfang abgeschnitten werden. der behindert sonst das Einspulen in die Spirale
Am besten leicht abgerundet, und die Ecken im 45° Winkel angeschnitten, damit der Film leicht in die Spirale gleitet. Das kann noch im Hellen passieren, der Film ist Durch die Patrone noch vor Licht geschützt.
Zum Einspulen in die Spirale muss es jetzt völlig dunkel sein! Am besten erst einige Male mit einem verdorbenen Film im Hellen üben, bis die Handgriffe sitzen. Den Filmanfang an der passenden Stelle (im Dunkeln ertasten) einige cm weit in die Spirale einschieben.
Jetzt durch wechselseitiges drehen der Spirale den Film weiter in die Spirale einspulen. Film dazu stückweise aus der Patrone ziehen, und weiter einspulen. Den Film nur am Rand berühren.
Wenn das Filmende erreicht ist, den Film einfach abschneiden, und komplett in die Spirale spulen
Die mit dem Film geladene Spirale in den Tank stellen…
…und Deckel drauf. Der  Deckel hat ein lichtdichtes Labyrint, was es ermöglicht, Flüssigkeiten ein und auszugiessen, ohne dass Licht eindringen kann. Von hier ab können wir also bequem im Hellen weiter arbeiten!
Den vorbereiteten und auf 20°C temperierten Entwickleransatz zügig eingießen. Von jetzt ab läuft die Entwicklungszeit, die auf wenige Sekunden genau eingehalten werden sollte. Eventuell am Film anhaftende Luftblasen lösen sich vom Film, indem man die Dose ein bis zweimal auf den Tisch aufklopft. Die Einfüllöffnung zuvor mit dem Deckel verschließen
Jetzt die Dose alle 30 Sekunden einmal auf den Kopf drehen und wieder zurückkippen. Der Kippvorgang sollte nicht zu zügig erfolgen, damit der Entwickler nicht unnötig mit Luft vermischt wird.. Der gesamte Kippvorgang sollte hin und zurück etwa zwei bis 3 Sekunden dauern. Dadurch ist sichergestellt. dass immer frischer Entwickler an den Film kommt, und dieser gleichmäßig entwickelt wird.
Hilfreich ist hier natürlich eine gut ablesbare Uhr mit Sekundenzeiger. Eine spezielle Dunkelkammeruhr muss es aber nicht unbedingt sein, da die Entwicklung ja bei normaler Raumbeleuchtung stattfindet.Wenige Sekunden vor Ablauf der Entwicklungszeit den Einfülldeckel öffnen, und den Entwickler ausgießen.
Jetzt Wasser (sollte ebenfalls auf etwa 20°C temperiert sein) eingießen, um die Reste des Entwicklers zu verdünnen und damit die Entwicklung zu unterbrechen. 30 Sekunden genügen, danach das Wasser weggießen.
Nun wird das vorbereitete Fixierbad eingefüllt. Je nach Fabrikat sollte der Film in etwa 5 bis 10 Minuten ausfixiert sein. Dabei die Dose alle ein bis zwei Minuten kippen.  (Herstellerangabe beachten!) Fixierbad in die Vorratsflasche zurückgießen. Ein Liter Fixierbadansatz genügt um etwa 10 bis 12 Filme zu fixieren..Nach dem Fixieren ist der Film nicht mehr lichtempindlich, und die Dose kann geöffnet werden. Der Film muss allerdings noch gewässert werden, um Fixierbadreste aus der Gelatineschicht zu entfernen. Sonst würde der Film mit der Zeit fleckig. Dazu die offene Dose mit dem Film in der Spirale unter den Wasserhahn stellen, und bei leichtem Wasserstrahl etwa 20 Minuten wässern. Alternativ und wassersparend kann auch die Dose alle 5 Minuten mit frischem Wasser gefüllt und abgegossen werden.
Nach der Wässerung kann der Film bei hartem Wasser zur Vermeidung von Trockenflecken noch für ca. 30 Sek.  in einem Netzmittelbad gebadet werden.Jetzt den Film zum Trocknen aus der Spule nehmen, an einer Klammer befestigen und unten mit einer weiteren Klammer beschweren. Überschüssige Feuchtigkeit mit den sauberen Fingern oder einer Abstreifzange abstreifen. Zum Trocknen in einem staubarmen, zugfreien Raum, etwa im Bad, aufhängen. Vorsicht, die feuchte Filmschicht ist sehr empfindlich gegen mechanische Verletzungen!

Die genauen Verdünnung der Ansätze für Entwickler und Fixierbad entnehmt ihr bitte den Herstellerangaben. Dort findet Ihr auch die empfohlenen Entwicklungszeiten für diverse Filme.


Externe Links:

Datenblatt Agfapan APX 100

Slaveblitz per Infrarotlicht auslösen

 

Nicht jeder hat ein Funkauslöserset oder ein Synchronkabel zum Auslösen des entfesselt aufgestellten externen Blitzes zur Verfügung.

Wie z.B. in meinem Tutorial „Rauch fotografieren“ beschrieben, lässt sich ein Blitz mit eingebauter oder angesteckter Slave-Zelle auch bequem vom Kamerablitz auslösen. Je nach Bildidee kann das direkte Licht vom eingebauten Blitz der Kamera aber die gewünschte Ausleuchtung (zer)stören.

[Wichtig! Die meisten Kameras schicken vor dem eigentlichen Blitz vor der Aufnahme einen Messblitz aus. Ihr braucht in diesem Fall eine Slave-Zelle oder einen Slavefähigen Blitz mit Vorblitzerkennung.]

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, das direkte Licht im Bild abzuschwächen oder zu vermeiden.

Die einfachste ist, das Licht der Klappfunzel per Alufolie an die Wand oder an die Decke umzulenken. Komplett unsichtbar wird das umgelenkte Licht damit im Bild aber nicht. Es muss ja soviel vom Blitzlicht übrig bleiben, daß die Slavezelle den Kamerablitz noch sicher erkennt. Je nach Position des externen Blitzes sieht dieser den Kamerablitz dann auch nicht mehr.

Doch Abhilfe ist einfach!

Die Slavezellen reagieren nämlich nicht auf sichtbaren Anteil des Blitzlichtes, sondern auf das für unsere Augen, die meisten Filme und den digitalen Kamerasensor weitgehend unsichtbare Infrarotlicht. Von diesem ist im Lichtspektrum des Blitzlichtes aber reichlich vorhanden. Das merkt ihr z.B., wenn ihr mal die Hand vor euren Blitz haltet, und auslöst. Wird spürbar warm. Die Wärme, die ihr fühlt, ist der infrarote Lichtanteil.

Was liegt also näher, als den sichtbaren Anteil des Lichtes vom Kamerablitz einfach auszuschließen?

Dazu braucht ihr einen Infrarotdurchlassfilter. Also ein Filter, welches das sichtbare Licht weitgehend sperrt, und den infraroten Anteil ungehindert durchlässt.

Zu diesem Zweck gibt es Fertiglösungen zu kaufen. Etwa den Nikon SG-3IR. Der wird einfach im Blitzschuh über der Klappfunzel aufgesteckt, und filtert so zuverlässig das sichtbare Licht aus.

Nachteil:
Kostet Geld, und passt natürlich nur auf Kameras mit Klappblitz unter dem Blitzschuh.

Billiger und flexibler ist einfache IR-Filterfolie. Diese lässt sich per Klebeband einfach vor jedem Blitz anbringen, also auch vor dem eingebauten Blitz einer Kompaktkamera.

Infrarot-BlitzfilterDoch woher eine solche Filterfolie nehmen?

Wer schon mal analoge Dias fotografiert hat, der hat bestimmt schon mal den unbelichteten Filmanfang, oder ein unbelichtetes Dia übrig gehabt.

Unbelichteter Diafilm ist nach der Entwicklung nahezu schwarz, lässt aber Infrarotlicht gut durch. Das ist vom Hersteller so gewollt, damit sich die dunklen Flächen im Dia bei der Projektion mit dem Diaprojektor nicht unnötig aufheizen. Ideal als Infrarotdurchlässiger Filter also.

So ein Stück entwickeltes schwarzes Diafilmmaterial lässt sich leicht zuschneiden, und vor dem Kamerablitz befestigen.

Natürlich könnt ihr auch einen kompletten unbelichteten Diafilm zur Entwicklung bringen. Gelegentlich bekommt man sogar mal einen abgelaufenen Diafilm beim Fotofachgeschäft, einem Fotografen oder im Drogeriemarkt für Umme, wenn man freundlich fragt. Steckt den unbelichteten Diafilm in die Auftragstüte eures Entwicklungslabors oder Drogeriemarktes, und vermerkt auf der Tüte gut lesbar „Film unbelichtet – bitte nicht schneiden“ und kreuzt „Diafilm“ und „nur Entwicklung“ an. Dann bekommt ihr für etwa 2€ einen ca 1,36m langen schwarzen Filmsteifen zurück, aus dem ihr euch reichlich Infrarotfilter schneiden könnt.

Achtung! Mit analogem Schwarzweißfilm und Farbfilm funktioniert das nicht!

Viel Spaß und Erfolg beim Nachmachen :)

Rauch fotografieren – kleines Tutorial

rauchen-macht-schlankNachdem mein Bild „Rauchen macht schlank“ gut anzukommen scheint, schreibe ich euch heute mal ein kleines Tutorial zum Rauch fotografieren.
Das ist nicht schwierig, und wenn ihr ein, zwei Faktoren beachtet, selbst mit kleinem Equipment problemlos umsetzbar.

 

Was ihr braucht:
-Einen dunklen Hintergrund
-Räucherstäbchen oder Räucherkegel
-Knete für den Ständer
-ein kleines Blitzgerät, idealerweise manuell regelbar
-Funkauslöser oder Synchronkabel für den Blitz

Einen möglichen Aufbau seht ihr hier:

Rauchtut_1Vor einem hellen Hintergrund wird Rauch kaum sichtbar, darum nimmt man am besten einen Dunklen. Etwa schwarzen Tonkarton, Moltonstoff oder Ähnliches.

Das schwärzeste Schwarz als Hintergrund bekommt ihr völlig umsonst, wenn ihr bei Nacht am offenen Fenster fotografiert. Für Rauchfotos muss es dazu allerdings absolut windstill sein.

Da es nicht ganz einfach ist, auf den Rauch zu fokussieren, fokussiert einfach auf die Spitze des Räucherstäbchens oder einen darüber gehaltenen Bleistift o.Ä. als Hilfstarget. Kamera aufs Stativ, Autofokus und Wackeldackel sollten ausgeschaltet sein.

Um die Rauchstrukturen in ihrem gesamten Volumen scharf abzubilden, empfiehlt sich eine Blende um f:8

Die Verschlusszeit kann auf Synchronzeit stehen, einige Funkauslöser haben eine kleine Verzögerung, dann stellt die Verschlusszeit eine oder zwei Drittelstufen länger. Durch die kurze Verschlusszeit ist sichergestellt, daß das vorhandene Raumlicht auf dem Bild nicht in Erscheinung tritt.
Falls euer Blitz eine Slavezelle hat, also auf Blitzlicht reagiert, und mitblitzt sobald er einen Blitz „sieht“ könnt ihr auch die Klappfunzel oder den Miniblitz in eurer Kamera als Auslöser für den externen Blitz verwenden. Damit ihr hier kein störendes Frontallicht mit ins Bild bekommt, könnt ihr das Licht von der Kamera per Alufolienspiegel an die Wand oder Decke lenken, oder ein Infrarotfilter vor dem  Kamerablitz befestigen. Dann braucht ihr weder ein Synchronkabel noch einen Funkauslöser. Das funktioniert dann sogar mit einer kleinen Kompaktkamera

Den Blitz stellt ihr manuell auf kleine Leistung. Aus kurzem Abstand genügt oft schon die kleinste Leistung. Der Blitz sollte so positioniert werden, daß er den Hintergrund nicht anleuchtet, und auch nicht ins Objektiv blitzt. Ideal ist eine seitliche Position oder schräg  von hinten. Notfalls lässt sich mit Klappen aus Karton der Lichtkegel des Blitzes gegen unnötiges Streulicht weiter einengen.

Wenn ihr einen passenden Bildausschnitt, meist kurz über der Spitze des Räucherstäbchens gefunden habt, könnt ihr munter los  fotografieren. Der Rauch nimmt jede Sekunde andere interessante Formen an, oft fängt die Rauchsäule sogar an zu pulsieren.
Versucht, die interessantesten Formen und Momente abzupassen. Das Räucherstäbchen qualmt lange genug für über 100 Fotos.

Rauchtut_2So könnte euer Ergebnis dann aussehen. Per EBV könnt ihr noch den Kontrast oder die Farben anpassen, den Rauch anders einfärben oder das Bild drehen, ausschneiden, negativ darstellen usw. Eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Natürlich kann man die Fotos auch gut für Montagen verwenden. So hab ich die Bilder vom Rauch für meine Serie von der  „blinden Seherin“ gebraucht. Hier mal ein Beispiel, die komplette Serie seht ihr in der Galerie auf meiner HP.
Rauchtut_3Viel Spass beim Nachmachen! Wenn irgendwas nicht klappt, fragt gerne hier nach, oder stellt gerne mal eure Ergebnisse hier drunter!

Greetz^^
Claus

Die Mädels fliegen lassen!

Hier also mal ein kleines Making Of mit Tutorial zu einem netten Levitationseffekt, der relativ einfach umzusetzen ist.
Die Technik lässt sich natürlich nicht nur verwenden, um Mädels fliegen zu lassen. Eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Schon mit einer einfachen digitalen Kompaktkamera sind solche Fotos problemlos machbar.
Was ihr neben der passenden Idee und einem netten Model benötigt, ist ein Stativ. Denn um den Hintergrund von der „Fliegehilfe“ freizustellen, braucht ihr ein passgenau gleiches Bild vom Hintergrund, ohne das Model und die Leiter. Statt einer Leiter ist hier natürlich auch ein Klappstuhl, Tisch oder ähnliches brauchbar. Sollte halt transportabel und ausreichend stabil sein.
Ihr müsst beim Fotografieren nur darauf achten, daß keine Teile des Vordergrundes, also des Models oder was immer ihr fliegen lassen wollt, von eurer Fliegehilfe, etwa einer Stuhllehne, verdeckt werdenAls Software ist jedes Bildbearbeitungsprogramm geeignet, mit welcher sich Layer einfügen und bearbeiten lassen. Das muss nicht das teure Photoshop sein, ich verwende Paintshop Pro, aber z.B. auch das kostenlose Gimp bietet die Möglichkeit,  mit Layertechniken zu arbeiten.Meine Idee war, das Model mit einem Schirm in der Hand vom Wind wegpusten zu lassen.
Geeignet ist hier jeder Hintergrund,  der sich während der Fotosession nicht allzusehr verändert. Große Blätter im Wind, schnell ziehende Wolken oder wegfahrende  Autos sind hier eher ungeeignet.
Vorbereitung:
Zunächst stellt ihr euer Stativ mit der Kamera so auf, daß ihr den gewählten Hintergrundausschnitt wie gewünscht im Bild habt.  Zur besseren Übersicht ist es vorteilhaft, schon jetzt das Model mit der Leiter probeweise im Bild zu plazieren.Wenn ihr den geeigneten Bildausschnitt gefunden habt, dürft ihr natürlich den Zoom nicht mehr verstellen, bei offeneren Blenden ist es auch sinnvoll, den Autofokus abzuschalten, nachdem ihr auf das Model scharfgestellt habt. Sonst habt ihr nachher ein Bild mit Fokus auf dem Model, und ein zweites mit Fokus auf dem Hintergrund.

Aufpassen, daß euch niemand ans Stativ latscht, das kann in einer betriebsamen Fußgängerzone nerfig werden.
Praktisch ist auch ein Assistent, der nicht nur dem Mädel auf die Leiter hilft (kann mit High Heels nötig werden!), mit dem Reflektor die Schatten aufhellt oder Wind in die Haare fächelt, sondern auch rücksichtslose Autofahrer verjagt, die sich frech zwischen Model und Kamera ins Halteverbot stellen wollen.

Mein Licht mache ich mit dem Freelander gerne selbst, aber ein Reflektor genügt in den meisten Fällen.  Bei leicht bedecktem Himmel ist aber oft auch dieser nicht zwingend erforderlich. Nachdem die Belichtung und falls erforderlich,  die Beleuchtung eingestellt und eingemessen ist, kommen wir zu den

Aufnahmen:

Da die „Fliegehilfe“ ja schon mal da steht, beginne ich mit den Aufnahmen mit Model. Hier ist es meist ziemlich spassig, verschiedene Posen auszuprobieren. Für die Fliegebilder zähle ich „3,2,1“ rückwärts, gefolgt vom Kommando „flieg!“, worauf das Model kurz die vorher abgesprochene Position einnimmt. In diesem Fall also z.B.  Arm und Bein abspreizt,  und den Schirm hoch hält, als wäre er vom Wind erfasst worden. So wirkt die Pose dynamischer, und lange auf einem Fuß auf  der Leiter steht ohnehin niemand gerne :)

Hier mache ich dann locker mal 20 oder 30 Aufnahmen, wechsle dabei den Schirm gegen Schmetterlinge oder Luftballons, die das Model in die Luft heben, usw.Die Kamera sollte dabei möglichst nicht berührt werden, damit sich der Bildausschnitt nicht verstellt.
Ein Kabel- oder Funkauslöser sind hier zweckmäßig. Bei vorsichtigem Hantieren am Kameraauslöser ist das natürlich aber auch ohne Fernauslöser machbar.
Vordergrund

Abschluss:

 Zum Schluss räume ich das Model und die Leiter aus dem Bild, und mache bei unveränderter Kameraeinstellung ein, zwei  Bilder vom Hintergrund. Jetzt ist Zeit mit Model und Assi ein Eis essen zu gehen :)
Hintergrund

Bearbeitung:

Das Bild vom Hintergrund lade ich in mein Bildbearbeitungsprogramm, und lege ein Bild vom Model als zweiten Layer deckungsgleich drüber.Jetzt wähle ich aus der Werkzeugpalette den Löschpinsel, und lösche störende Bildteile im Vordergrund einfach weg.  Hier wird jetzt der deckungsgleiche Hintergrund sichtbar, und die Leiter verschwindet.Je nach Komplexität der Bildelemente kann die Größe des Löschpinsels und dessen Randschärfe angepasst werden.  Zuviel weggelöschte Bildteile lassen sich per rechter Maustaste auch einfach wieder zurückmalen.

Abschließend die Layer zu einer Ebene zusammenfassen, und das Bild wie gewünscht fertig bearbeiten.

Die exakten Arbeitsschritte bei der Layerbearbeitung sind von Programm zu Programm etwas unterschiedlich, daher möchte ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. In der Hilfefunktion eures Programmes solltet ihr aber fündig werden, sofern ihr ein Problem habt.
Zum Ausprobieren dürft ihr gerne die beiden letzten Bilder (Vordergrund und Hintergrundbild) verwenden, aber bitte nicht veröffentlichen.

Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an mein geduldiges Model Ronja für den witzigen Nachmittag und meinem Assi „Conan“ Andy, für die umfangreiche Hilfe beim Schleppen und am Set. :D

Euch viel Spass beim Nachmachen! Und wenn irgendwas unklar ist, könnt ihr ja gerne hier nachfragen.

Greetz^^
Claus

Filter und Krams für vorne drauf

farbfilter

Eine Auswahl vom Farbfiltern für die analoge SW-Fotografie

Filter sind zur Lichtbeeinflussung aus der analogen Fotografie nicht weg zu denken. Einige Filter sind auch in der digitalen Bildbearbeitung nicht  oder nur mit imensem Aufwand nachzuahmen, und sind auch dort heute unverzichtbar.  Andere dagegen sind dort nutzlos oder sogar Kontraproduktiv.

Jedes Filter, auch mit bester Vergütung und aus hochwertigstem Glas bringt zwei zusätzliche Glas/Luft Flächen in den Strahlengang, und kann sich dadurch negativ auf die optische Leistung des Objektives auswirken. Dazu mehr weiter unten. Prinzipiell sollten Filter stets mit Bedacht und nur wenn für eine bestimmte Bildabsicht unbedingt nötig eingesetzt werden.

Die Filter unterscheiden sich nach Anwendungszweck grob in folgende Gruppen:
Farbfilter für die SW-Fotografie
Farbkonversionsfilter für die Farbfotografie
Graufilter / Grauverlaufsfilter
Polarisationsfilter
Effektfilter
UV-Sperrfilter ,“Schutzfilter“

Weitere Themen hier sind:
Der Verlängerungsfaktor
Die Spektrale Empfindlichkeit von Schwarzweißfilmmaterial
Filtersysteme
Streulichtblende (Sonnenblende, Gegenlichtblende)


Farbfilter für die Schwarzweiß Fotografie

Nanu? Farbige Filter für Schwarzweiße Bilder? Was soll das bringen? Der Film ist doch eh Farbenblind? Nö! Isser eb nicht! Er ist sogar höchst empfindlich für alle Farben, die auch das Menschliche Auge wahrnimmt. Bis auf wenige Spezialfilme sind die gängigen SW-Filme so abgestimmt, dass sie das gesamte sichtbare Spektrum etwa ähnlich empfindlich wahrnehmen, wie unsere Augen.Das ist im Allgemeinen auch gut so, denn so ist gewährleistet, dass ein Schwarzweisbild ein helles Rot in helles Grau und ein helles Blau in ein ebenso helles Grau verwandelt. In der Regel sorgt also der Schwarzweißfilm für eine helligkeitsäquivalente Graustufenumsetzung.Jetzt ist aber der subjektive Eindruck einer Farbe nicht immer gleich dem Objektiven. So erscheinen uns z.B. Gelbtöne meist viel heller als sie der Film darstellt oder der Belichtungsmesser objektiv anzeigt. Anderseits geht bei gleich hellen Farben der Unterschied verloren, wenn man sie als Grauton wiedergibt.

Stellen wir uns doch einfach mal den berühmten roten Apfel auf der grünen Wiese vor: Für den Schwarzweissfilm sieht beides zunächst einmal einfach grau aus. Im ungünstigsten Fall sogar mit exakt derselben Helligkeit. Wir erhalten also ein Bild von einem grauen Apfel auf einer ebenso grauen Wiese. Hmm.. etwa genauso spannend, wie die schwarze Katze um Mitternacht im Kohlenkeller. Allenfalls etwas heller…

Aber lasst mich das zur Verdeutlichung mal an einem Beispiel zeigen. Den roten Apfel hat gerade mein Hund gefressen, also springt  Timo die Tasse für ihn ein, und weil es draußen gerade regnet, simuliert uns der grüne Hintergrundkarton die Wiese:

rgbJetzt platzieren wir Timo die Tasse also auf der Karton-Wiese und beleuchten das ganze von rechts oben mit einer kleinen Softbox, so als ob die Sonne durch ein paar wattige Wölkchen leuchtet.
Das ganze fotografieren wir mit einem Farbfilm und schauen uns das Ergebnis an.Wir sehen: Rote Tasse auf grüner Wiese. Deutlich zu erkennen. Rot und Grün bilden hier für unser Auge einen starken Kontrast, und die Schatten verleihen dem Ganzen sogar deutlich Plastizität.

 

Bei genau der gleichen Beleuchtung verwenden wir nun zum Vergleich einen Schwarzweißfilm.
neutral
Ungefiltert

Graue Tasse auf grauer Wiese. Wie zu erwarten war. Bis auf den Teil der Tasse, der im Schatten liegt, haben wir ein ziemlich einheitliches Grau. Zum Gähnen laangweilig  :-/Wo wir beim Farbfoto trotz ähnlicher Helligkeit noch einen krassen Kontrast sehen, ist dieser in der Grauwertum-setzung des Schwarzweisfilms fast völlig verloren gegangen.

Für den Schwarzweißfilm ist das Rot der Tasse eben genauso hell, wie das Grün der Wiese, und wird richtigerweise mit dem gleich hellen Grau dargestellt.

Spektakulär ist jedenfalls anders. Jeder hat schon mal wirklich spektakuläre SW-Bilder gesehen, und die gibt es nicht erst seit der digitalen Bildbearbeitung.
Grün erscheint uns in der Regel subjektiv heller als Rot, was läge hier also näher, als die Tasse einfach dunkler erscheinen zu lassen! Und hier kommen die Farbfilter ins Spiel.

Betrachten wir uns zunächst einmal das Grünfilter.  Der sieht bei flüchtiger Betrachtung eben grün aus. Genauer, er lässt grünes Licht reichlich und fast ungedämpft durchdringen. Dadurch sieht für unser Auge alles durch dieses Filter mehr oder weniger grün aus.
Gleichzeitig dämpft das Grünfilter aber alle Farben, die nicht grün sind, und zwar umso kräftiger, je weiter sie von der grünen Farbe abweichefarbkreisn. Am stärksten gedämpft werden die Komplementärfarben. Das sind die Farben, die dem Grün im Farbkreis etwa 180° gegenüber liegen.
Also etwa Magenta und Violett. Gedämpft werden auch Rot und Blau, die dem Grün benachbarten Farbtöne Gelb und Türkis werden dagegen kaum oder nur schwach abgedunkelt.
Die in der Fotografie verwendeten Filter sind relativ breitbandig, das heißt, selbst Komplementärfarben werden nicht 100%ig gesperrt.In der optischen Messtechnik z.B. verwendet man auch extrem schmalbandige Filter, welche fast ausschließlich Licht in einem sehr engen Wellenlängenbereich, also ziemlich exakt einer Farbe, durchlassen. Ein schmalbandiges Grünfilter würde aber schon Gelbgrün und Türkis komplett aussperren, alle anderen Farben ohnehin. Auf einem Schwarzweisbild würden also nur noch Gegenstände mit exakt der Filterfarbe abgebildet, alles andere wäre komplett schwarz.
Aber schauen wir uns doch einfach mal an, was mit unserem Bild geschieht, wenn wir es durch ein fotografisches Grünfilter in Schwarzweis fotografieren.
Mit Grünfilter
Mit Grünfilter

Ups!  Dunkelgraue Tasse auf hellgrauer Wiese! Das sieht doch schon um einiges interessanter aus.  Und entspricht schon eher unserem gewohnten Seheindruck von roten Äpfeln auf grüner Wiese.
Durch das Grünfilter wird das Rot der Tasse ein wenig abgeschwächt, und daher ein wenig dunkler dargestellt, als oben im ungefilterten Bild.  Gleichzeitig kommt das Grün der Wiese nahezu ungehindert durch das Filter.  Eigentlich müsste dies nun doch bestenfalls  im selben Grauton wie im ungefilterten Bild oben erscheinen? Denn ein Filter erfindet ja kein Licht dazu, sondern sperrt allenfalls welches aus.Richtig! Ohne Anpassung der Belichtung wäre das Bild insgesamt natürlich auch um den Filterfaktor dunkler geworden. Auf den Filtern ist aber der sogenannte Verlängerungsfaktor aufgedruckt. Um etwa diesen ist die Belichtung zu verlängern (oder entsprechend die Blende weiter zu öffnen) um im Gesamtbild etwa den gleichen Helligkeitseindruck zu erhalten. Das können natürlich nur ca. Angaben sein, abhängig von der Farbverteilung im Bild, von der genauen Lichtfarbe und vom gewünschten Bildeindruck .
So wird etwa bei einem kräftigen Rotfilter der Verlängerungsfaktor  mit 6x angegeben. Statt mit einer 100stel Sekunde müsstest Du mit dem Filter also etwa 1/15s belichten, um im SW-Bild den selben Gesamthelligkeitseindruck zu erhalten, wie ohne Filter.

Das gilt wie gesagt nur in „durchschnittlichen“ Situationen, etwa bei Außenaufnahmen von durchschnittlicher Farbverteilung bei „durchschnittlicher“ Tageslichtfarbe von ca. 5000 bis 6000 Kelvin. Bei extrem blauem Licht, etwa mittags am Strand bei praller Sonne oder im Hochgebirge kann die Lichtfarbe weit blauer sein. Dann würde das Rotfilter stärker dämpfen, und die Verlängerung von 1/100s auf 1/15 s ließe das Gesamtbild noch zu dunkel erscheinen.Im Gegensatz dazu ist der Verlängerungsfaktor für dieses Filter etwas geringer, wenn die Beleuchtung einen höheren Rotanteil hat. Bei Glühlampenlicht z.B. hat ein Rotfilter noch etwa den Verlängerungsfaktor 4x.Die Verlängerungsfaktoren sind normalerweise auf den Filterrändern angegeben. Bei TTL-Belichtungsmessung durch die Linse und den Filter gleicht der Belichtungsmesser bzw. die Belichtungsautomatik weitgehend automatisch aus. Mit vorgesetztem Filter wirds dunkler, und die Belichtung wird automatisch verlängert bzw. die Blende weiter geöffnet.  Aber obacht – die meisten Belichtungsmesszellen sind dooferweise nicht ganz farbneutral, also kann es bei stark farbigen Filtern, besonders bei Rotfiltern, zu Fehlmessungen führen. Hier hilft einfach eine Vergleichsmessung: Durchschnittlich graue Wand anmessen, einmal mit Filter, einmal ohne. Der Messwert ohne Filter sollte dem mit Filter verlängert um den aufgedruckten Filterfaktor in etwa ensprechen.

Bei krassen Abweichungen ist euer Messensor eventuell Rotblind. Das ist häufig bei CDS Messzellen der Fall. Selenzellen sind dagegen fast ausschließlich für gelb und Grün empfindlich, so dass Messwerte durch farbige Filter mit äußerster Vorsicht zu genießen sind, hier macht es mehr Sinn, ohne Filter zu messen, und den Verlängerungsfaktor rechnerisch selbst zu berücksichtigen. Erschwerend kommt hinzu, dass unterschiedliche SW-Filme auch noch unterschiedlich stark auf Farbfilter reagieren.  Um zu perfekten Ergebnissen zu kommen, hilft hier nur Erfahrung, ausprobieren, Belichtungsreihen oder die Simulation am Rechner.

Nun gibt es aber ja auch  noch andere Filter als das Grünfilter. Jetzt habe ich soausführlich über das Rotfilter geschwafelt, daß ich ihn doch einfach mal vors Objektiv schraube.

Mit Rotfilter
Mit Rotfilter

Ja huch! Das sieht ja gleich ganz anders aus!
Ist ja auch logisch, denn wie wir aus der Betrachtung des Farbkreises schon vermuten können, wird das Grün der Wiese vom Rotfilter gedämpft, und kommt somit deutlich dunkler im Grauton.
Gleichzeitig kommt das Rot von Timo der Tasse nahezu ungehindert durch das Filter, und nach Verlängerung der Belichtung erscheint Timo sogar heller, als im ungefilterten Bild.
Wieder haben wir insgesamt eine ausgewogene Belichtung, aber im Gegensatz zum grüngefilterten Bild ist die Tasse jetz nicht dunkler, sondern heller als der Hintergrund.
Zum Einen haben wir hier also eine Umkehrung der Helligkeitswerte im Vergleich zum Grünfilter, und zum Anderen wird das dunkelste Rot, also im Schattenbereich der Tasse jetzt so weit  aufgehellt, dass zwischen den Henkelansätzen plötzlich sogar deutlich Zeichnung entsteht!

Diese war im Farbbild und in der ungefilterten SW-Version kaum wahrzunehmen.  Um bei ausgeglichener Gesamtbelichtung in farbdominanten Schatten noch Zeichnung zu erhalten, ist dies übrigens die einzige Möglichkeit, sinnvoll vor zu gehen. Das gilt auch bei digitalen Aufnahmen. Im Prinzip lassen sich digitale Bilder bequem und nahezu verlustlos per EBV nachträglich farbig filtern, und in SW umsetzen. Was aber an Bildinformation im Bild nicht enthalten ist, weil es in den Schatten „abgesoffen“ ist (schwärzer als Schwarz geht nicht) oder in den Lichtern „ausbrennt“ (heller als weiß geht auch nicht) lässt sich per EBV auch nicht mehr ins Bild hineinrechnen. Zwar gibt das digitale RAW-Format im Gegensatz zum JPEG bei korrekter Belichtung oben und unten noch ein paar Reserven, aber die sind eben auch begrenzt.Ein Korrekt belichteter und entwickelter SW-Film hat nahezu denselben Belichtungsumfang wie ein gutes RAW. Eure Schlüsse daraus bezüglich sinnvoller Anwendung von Farbfiltern bei der Aufnahme, dürft ihr Schlaufüchse nun selber ziehen :)Um die Riege der Farbfilter zu komplettieren, schraube ich mal eben noch ein Gelbfilter vor die Linse:

Mit Gelbfilter
Mit Gelbfilter

Sowohl  das Rot als auch das Grün werden vom Gelbfilter noch gut durchgelassen, und bei unbedachter Anwendung des Verlängerungsfaktors kommen beide Farben etwas heller.  Durch die Gesamtaufhellung der beiden Farben scheint das Bild insgesamt etwas aufgehellt gegenüber dem Ungefilterten. Trotzdem guter Kontrast zwischen dem Rot der Tasse und dem Grün der Wiese.
Gleichzeitig aber gute Durchzeichnung in den Tiefen der roten Tasse.
Wären in diesem Bild blaue Motive enthalten, würden diese gegenüber dem ungefilterten Bild dunkler dargestellt. Wichtig bei Landschaftsaufnahmen mit Himmel. Das Blau des Himmels wird mit fast der gleichen Helligkeit wie die weißen Wolken dargestellt. Mit dem Gelbfilter wird das Blau aber etwas zurückgehalten, und erscheint im Bild etwas dunkler als die weißen Wolken. Das macht den Himmel weniger langweilig, und entspricht eher unserem gewohnten Seheindruck.

Und jetzt find ich hier sogar noch ein Orangenes Filter! Drauf damit!
Mit Orangefilter
Mit Orangefilter

Kaum ein Unterschied zum Gelbfilter , die rote Tasse wird ein wenig heller, der grüne Hintergrund ein wenig dunkler dargestellt als beim Gelbfilter.Wirklich krass wäre der Unterschied jetzt bei den blauen Bestandteilen eines Landschaftsfotos, der blaue Himmel würde stärker abgedunkelt, der Kontrast zwischen Wolken und Himmelsblau wäre stärker, als beim Gelbfilter.Bei einem Orangenbaum mit Früchten würden die Orangen sehr viel heller dargestellt, als das Grün des Laubes.

Und jetzt zur Abrundung noch ein stärkeres Blaufilter:

Mit Blaufilter
Mit Blaufilter

Ziemlich exakt das Gegenteil vom Rotfilter. Wenn wir uns den Farbkreis anschauen, auch logisch.  Die grüne Wiese wird weniger aufgehellt, als mit Grünfilter,  erscheint nach Belichtungskorrektur ähnlich wie im ungefilterten Bild, das Rot der Tasse wird, weil ziemlich komplementär zur Filterfarbe, dagegen sehr stark abgedunkelt. In der Landschaftsfotografie eher ungebräuchlich, aber bei der Produktfotografie durchaus von Nutzen.Die Farbfilter gibt es nicht nur in unterschiedlichen Farben, es gibt auch unterschiedliche Sättigungen.So gibt es z.B. hellgelbe Filter, die nur eine sehr dezente Gelbfilterwirkung hervorbringen, ein kräftigeres Gelb für einen stärkeren Effekt, ein Dunkelgelb für starken Effekt, und den Übergang zum Gelb-Orange.

Das Orangefilter wird in der Blaudämfung übertroffen von Rotorange, und Ultimativ wäre das Rotfilter, allenfalls übertroffen von einem noch schmalbandigeren Dunkelrot.

Die beiden Letzteren zaubern schon bei leichten Wattewölkchen einen heftigen Gewitterhimmel auf euer SW-Foto, weil sie das Himmelsblau fast komplett zurückhalten, und die weißen Wolken hell lassen. Beispielfotos für diesen Effekt finden sich im Netz genug, und ich spars mir jetzt mal, Welche zu machen, um sie hier einzustellen 🙂

Selbst Farbkonversionsfilter lassen sich in der SW-Fotografie gelegentlich sinnvoll einsetzen, etwa wenn ein nur schwach wirkendes rotes oder blaues Filter für einen bestimmten Effekt benötigt wird. So lässt sich z.B. Dunst durch ein leichtes bis mäßiges Blaufilter in der Bildwirkung mühelos verstärken.

Auch bei der Personen- oder Portraitfotografie in SW machen Filter durchaus Sinn. Ronja war mal so frei, sich uns als Model zur verfügung zu stehen, ihre roten Haare und ihre eher helle Haut sowie ihre blauen Augen machen die Filterwirkung schön deutlich.

Portrait
Ausgangsbild farbig

Hier also am Beispiel eines Portraits,

portrait_neutral
SW-Umsetztung ungefiltert
und dessen farbneutrale Umsetzung auf SW-Material
mit Gelbfilter
Mit Gelbfilter
Mit Gelbfilter werden Hauttöne weicher dargestellt, kleine Hautunreinheiten und Sommersprossen werden unterdrückt. Etwas stärkere Wirkung hätte ein gelb-günes Filter. Die Haut wirkt leicht getönt, die Lippen werden heller abgebildet.
gruenfilter
Mit Grünfilter

mit Grünfilter erscheint die Haut kräftig getönt., Lippen und hier die roten Haare wirken dunkler

orangefilter
Mit Orangefilter

Orangefilter: Sommersprossen verschwinden fast komplett, rot orange und Gelbtöne werden fein differenziert dargestellt, Blautöne werden abgedunkelt. Blaue Augen erscheinen wesentlich dunkler.

mit Rotfilter
Mit Rotfilter

Mit Rotfilter erscheint vor Allem dunklere Haut stark aufgehellt, helle Haut wirkt sehr blass. Lippen werden sehr stark aufgehellt, blaue Augen oder blaue Schminkfarben stark abgedunkelt.

Die gezeigten Filtereffekte sind in der SW-Fotografie eine große Bereicherung bei der Tonwertdarstellung. Bei der Analogfotografie auf SW-Negativfilm gibt es keine andere Möglichkeit, die Tonwerte anzupassen.

Bei der digitalen Fotografie lassen sich die Effekte der Farbfilter weitestgehend per EBV nachahmen. Wichtig ist hierfür ein exakt belichtetes Farbbild, am besten im RAW Format.
Völlig Sinnfrei wäre es, mit der Digicam von vornherein schwarzweiße JPEGs zu fotografieren, um dann hinterher noch die Tonwerte anpassen zu wollen. Hier lassen sich im Nachhinein nur noch der Gesamtkontrast und die Gesamthelligkeit verändern.

Für eine echte Helligkeitswertanpassung oder -umkehrung, wie im Vergleich zwischen dem Rotfilter und dem Blaufilter zu sehen, ist ein Farbbild als Ausgangsbasis zwingend erforderlich. Denn was an Farbinformation nicht im Bild enthalten ist, kann nachträglich nicht hineingerechnet und durch Filterung verändert werden.

Eine RAW Datei bietet wesentlich mehr an Information, und daher die bessere Ausgangsbasis. Bei starken Filterfarben (etwa Blauviolett oder Dunkelrot) sind allerdings die betroffenen Farbkanäle bei der Digicam schnell in der Sättigung, und eine Filterung mit Glasfilter schon bei der Aufnahme kann auch hier gelegentlich sinnvoll sein, wenn eine starke Helligkeitswertanpassung in der SW-Umsetzung beabsichtigt ist.


Der Verlängerungsfaktor


Die Wirkung von Farbfiltern und Farbkonversionsfiltern beruht darauf, daß ein Teil des Lichts mehr oder weniger ungehindert durchgelassen, andere Teile dagegen mehr oder weniger  ausgefiltert, also unterdrückt werden. Damit wird ein Teil des vorhandenen Lichts daran gehindert, zur Belichtung bei zu tragen. Oder kurz – mit Filter wirds dunkler.
Für durchschnittliche Beleuchtungssituationen ist daher als Anhaltswert auf dem Filter der Verlängerungsfaktor angegeben. Das heist: Je stärker das Filter in der Wirkung, desto mehr muss die Belichtungszeit  verlängert werden.

Tabelle: Filterfaktoren / BlendenstufenBei langen Belichtungszeiten im Sekundenbereich ist das auch völlig problemlos, so liese sich statt  der gemessenen zehn Sekunden und einem Rotfilter mit Verlängerungsfaktor  6 einfach 60 Sekunden lang belichten.
Schwieriger wird das bei Zeiten im Bereich von Sekundenbruchteilen, zumal sich Zeiten bei mechanischen Kameras in der Regel nur in ganzen Lichtwertschritten einstellen lassen.
Exakter geht das an der  Blende einzustellen. Aber wieviele Blendenstufen enstpricht nun ein Verlängerungsfaktor von 1,6 oder 5,7?  Bei den ganzahligen Zweierpotenzen, also Verlängerungsfaktor 2, 4, oder 8 ist das kein Problem, das wären eine, zwei oder drei Belichtungsstufen, und somit ganze Blenden. Etwas schwieriger wird die Umrechnung bei den Zwischenwerten.Die Allgemeine Formel für die Umrechnung des Verlängerungsfaktors Vt in die Belichtungszugabe in Blendenstufen Vb lautet:
                                                Vb = log Vt / log2

 

Wer das jetzt aber nicht ständig im Kopf rechnen mag, oder wem es zu unbequem ist, ständig mit dem Taschenrechner die passenden Blendenwerte auszurechnen, der kann sich gerne die hier abgebildete Tabelle kopieren.
Die meisten Objektive haben eine Rasterung in Halbblendenschritten, oft erlauben modernere Kameras auch eine Einstellung in Drittelschritten. Ist eine exakte Einstellung auf den passenden Wert nicht möglich, dann genügt in der Regel die Einstellung auf den nächsten benachbarten Halb- oder Drittelschritt.

Die Verlängerungsfaktoren gelten ohnehin nur als  grober Richtwert für  durchschnittliche Tageslichtbeleuchtung und gleichmäßige spektrale Empfindlichkeit des Filmmaterials, was ohnehin nie zu 100% gegeben ist.

Spektrale Empfindlichkeit von Schwarzweißfilmmaterial


Die oben gezeigten Beispiele gelten selbstverständlich nur für panchromatisches Filmmaterial. Das sind Filme, die weitgehend gleichmäßig für das vom menschlichen Auge wahrnehmbare Lichtspektrum sensibilisiert sind. Mit dem Auge sehen wir Licht im Bereich von etwa 400nm (Violett) bis ca. 750nm (Rot). Bei Tageslicht mit einem deutlichen Maximum der Empfindlichkeit bei den Grüntönen.

Unsensibilisiertes Silberhalogenid ist allerdings nur empfindlich für ultraviolettes bis blaues Licht. Aus diesem Grund lässt sich Fotopapier auch bequem bei rotem Licht in der Dunkelkammer verarbeiten. Für diese Lichtfarbe ist es nahezu „blind“.

Was in der Dunkelkammer beim Umkopieren der Negative von Vorteil ist, hat für die Fotografen natürlich einige Nachteile, denn unsensibilisiertes Filmmaterial besitzt dadurch die unangenehme Eigenschaft, Grüntöne und Rottöne zu dunkel wiederzugeben. Das war in der Anfangszeit der Fotografie natürlich äußerst grottig für Landschafts- oder Portraitfotografen. Der Himmel z.B. war, egal bei welchem Wetter, praktisch immer weiß.

spektrale Empfindlichkeit von Filmmaterial

1873 entdeckte der Fotochemiker  Hermann Wilhelm Vogel das Prinzip der Sensibilisierung. Kleine Mengen von Farbstoffen werden dem Silberhalogenid in der Filmschicht beigemischt, und machen es empfindlich für weitere Farben des Spektrums.

Die ersten Rollfilme waren bereits orthochromatisch, lichtempfindlich von blau bis in  den Bereich des grünen und gelbgrünen Lichts. Hier waren aber gelbe Filter noch nötig, um dem Augeneindruck nahe zu kommen. Rote Hautunreinheiten wurden ungefiltert deutlich sichtbar, da rote Farbtöne noch immer fast als Schwarz dargestellt werden.

Durch Beimischung passender Pigmentkombinationen war es möglich, die Filme nahezu für das gesamte sichtbare Spektrum annähernd ausgeglichen empfindlich zu machen. Nahezu alle modernen Schwarzweißfilme sind sog. Panchromatische Filme.


Farbkonversionsfilter


Farbkonversionsfilter

im Gegensatz zu Digitalen Kameras haben Kameras für Analogfilm keinen verstellbaren Weissabgleich. Der Weissabgleich ist vom Filmmaterial vorgegeben, und auf ca. 5400 Kelvin bei Tageslichtfilm oder etwa (je nach Filmtyp) 2500 Kelvin bei Kunstlichtfilm fest vorgegeben.Je nach vorhandenem Licht (Blitz, Sonne, Bewölkung, Schatten, Kerzenlicht…) kann die Farbtemperatur von der für den Film neutralen Lichtfarbe stark abweichen. Im Ergebnis erhalten wir dann z.B. bei blauem Himmel Bilder mit einem Blaustich, kurz vor Sonnenuntergang Bilder mit einem Rotstich.
Bei analogem Farbnegativfilm lässt sich der Farbstich meist noch problemlos im Positivprozess ausfiltern, bei Dia-Material wäre das aber unmöglich. Um die Farbtemperatur auf einen neutralen Wert zu bringen, oder aber um gezielt eine andere Farbstimmung zu erzeugen verwendet man hier sogenannte Farbkonversionsfilter.
Diese gibt es in verschiedenen Dichten sowohl in blau („KB“) als auch in lachsrot („KR“)Daneben gibt es noch Spezielle Konversionsfilter zur Neutralisierung von z.B. Leuchtstoffröhrenlicht.
Für Aufnahmen auf SW-Negativmaterial sind diese Filter i.d.R. unnötig. Bei Digitalkameras lässt sich der Weißabgleich schon vor der Aufnahme oder im RAW-Konverter fast beliebig beinflussen, so daß die Farbkonversionsfilter auch hier meist unnötig sind.

Graufilter


(in Arbeit)


Polfilter


(in Arbeit)


Effektfilter


(in Arbeit)


UV-Sperrfilter ,“Schutzfilter“


(in Arbeit)